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Im Rahmen des 51. Kongresses
der DGGG fand unter der Leitung von PD Dr.
R. Seufert und Dr. K. Goerke in Dresden
die Arbeitssitzung der AIG statt.
Gesundheitsstrukturgesetz
(GSG) und EDV
Seminar der AG Informationsverarbeitung
in Gynäkologie und Geburtshilfe,
Moderation: U. Haller und
H. von Matthiesen
Zur Rolle der Informationsverarbeitung
in der Frauenheilkunde - Lösungen, Trends und Perspektiven
R. Seufert und P. G. Knapstein
Techniken der medizinischen
Tnformationsverarbeitung haben in den letzten Jahren alle Bereiche der
Frauenheilkunde durchdrungen und beeinflussen zunehmend Abläufe in
Kliniken und Praxen. Die meisten daraus resultierenden Konsequenzen beginnen
sich gerade erst abzuzeichnen und sind Teil des tiefgreifenden Wandels,
der alle klinisch-medizinischen Fächer erfaßt hat. Neben den
Anforderungen durch Ausweitung von Dokumentationsaufgaben, neuen Qualitätssicherungsprojekten,
Leistungserfassungs- und Abrechnungsfragen ist der Einsatz vieler Systeme
mittlerweile zu einer Frage des wirtschaftlichen Überlebens geworden.
Die Verfügbarkeit von klinischen und leistungsbezogenen Informationen
stellt einen ,,Produktivitätsfaktor" dar und beeinflußt die
Qualität von medizinischen und organisatorischen Entscheidungen.
So stehen uns für die
Perinatologie eine Reihe von leistungsf„higen Systemen zur Verfügung,
die in zuverl„ssiger Weise Routineaufgaben erfllen und die computergesttzte
Bearbeitung des Perinatalbogens erlauben [1, 21. Die meisten Systeme ermöglichen
das Schreiben eines editierbaren Arztbriefes, Etikettendruck und das Anfertigen
interner Statistiken. Sie sind sch„tzungsweise inzwischen in über
60 % aller geburtshilflichen Abteilungen im Einsatz. Ein vergleichbarer
Einsatz von
Dokumentationssystemen in
der operativen Gyn„kologie oder gynäkologische Onkologie konnte bisher
noch nicht erreicht werden.
So werden zwar in der operativen
Gyn„kologie zur Zeit vorwiegend kommerzielle Systeme eingesetzt, die aber
ihre Wurzeln in anderen operativen Fächern haben und deshalb Spezialit„ten
der operativen Gyn„kologie nicht in allen Bereichen gerecht werden k”nnen.
Aber auch hier sind in Krze durch die Vorgaben des GSG und die flächenweite
Einführung neuer Qualitätssicherungsprojekte deutliche Anpassungen
und ein breiterer Einsatz zu erwarten. Entscheidend für den Erfolg
eines Systems erscheint aber seine erfolgreiche Inegration in den Ablauf
der speziellen Abteilung zu sein, die eine Netzwerkfähigkeit voraussetzt
und die r„umlicher N„he zum Informationsaulkommen erfordert (Patient, Labor,
Kreissaal, Station, CTG etc).
Das vorhandene Fachwissen
und auch das Problembewuátsein ist in den einzelnen Abteilungen
in den letzten Jahren deutlich gewachsen und Local-Area-Network-Installationen
k”nnen zwischenzeitlich von vielen Abteilungen in Eigenverantwortung betrieben
und gewartet werden. Die Rolle und Hilfe der Klinikverwaltungen zum internen
Informationsmanagement werden aber von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich
beurteilt, wobei mehrheitlich nur geringe Hilfestellungen beschrieben werden.
Es ist aber zu erwarten, daß hier das Interesse und die Unterstützung
in Zukunft zunehmen werden, sollen nicht durch Mehrfachdokumentationen
weitere Ressourcen aus den Kliniken gebunden werden.
Unterschiedlich ist auch
die Interpretation der gewonnen Daten und die daraus abgeleiteten medizinischen
und organisatorischen Konsequenzen - ein Problem, vor dem man auch bei
flächendeckenden Analysen der Perinatalerhebungen steht.
Wichtig erscheint aber,
daá Qualit„tsindikatoren durch ,,Inhouse-Systeme' zu deutlich früheren
Zeitpunkten zur Verfgung stehen und klinikintern zusammen mit spezifischen
Zusatzinformationen in Entscheidungsprozesse eingehen k”nnen. Ein solches
Vorgehen unterscheidet ,,Innenfhrung" von ,,Auáenfhrung", bei
welcher bei fehlenden Informationen lediglich auf externe Vorgaben (z.
B. von Verwaltung, KV, etc) reagiert werden kann. Oft kann dann zu diesem
Zeitpunkt nicht mehr aktiv in den Entscheidungsprozess eingegriffen werden.
Bei der Vielzahl derjetzt gestarteten ,,Qualiä„tssicherungsprojekte"
und dem damit verbundenen hohen Dokumentationsaufwand, der den Kliniken
und Praxen auf gelastet wird, erscheint es gerechtfertigt, auch nach Evaluierungen
von Qualitätssicherungsprojekten zu fragen und auf Datenschutzvorschriften
hinzuweisen.
Wichtig erscheint, daá
unterschieden werden muá zwischen echten Qualitätssicherungsprojekten,
die auf eine Verbesserung der medizinischen Qualit„t ausgerichtet sind
und solchen Projekten, die lediglich Argumente fr Eingriffe in das Gesundheitswesen
sammeln. Viele Abteilungen und Kliniken stehen heute vor dem Problem des
Datenaustausches mit der Verwaltung oder mit anderen Abteilungen, die ber
historisch gewachsene Subsysteme verfgen. Neben der Definition geeigneter
Schnittstellen -
z. B. dem HL7-Standard -
könnten hier in Zukunft Kommunikationsserver zum Einsatz kommen. Hier
ergibt sich ein Arbeitsfeld, dessen Lösung von groáer praktischer
Relevanz ist und es darf vorausgesagt werden , daß das Überleben
vieler Soft-warelösungen von der Schaffung praktikabler und funktionierender
Schnittstellen abhängen wird. Aber auch die Kliniken sind hier gefordert,
die definieren mssen, welche Informationen in sinnvoller Weise ausgetauscht
werden sollen. Dies führt zwangsläufig zu Krankenhausinformationssystemen,
in die perinatologische und operativ gynäkologische Systeme integriert
sind. Wichtig ist hier, daá ein solches Krankenhausinformationssystem
nicht auf Verwaltungs- und Leistungsdaten beschränkt sein darf. Im
Praxisbereich sind viele Systeme fast ausschlieálich auf Abrechnungsaufgaben
zugeschnitten, so daá qualit„tssichernde Maánahmen mit den
dokumentierten Daten meist nur schwierig durchgeführt werden können.
Hier halten wir Systeme für innovativ, die die Möglichkeit bieten,
den vorhandenen Daten satz unproblematisch um neue Daten zu erweitern und
so flexibel bei unerwarteten externen Vorgaben Informationen erfassen zu
können. Andererseits erlauben die neuen Optionen der Informationstechnologie,
wie zum Beispiel der Datenhighway, die automatisierte Spracherkennung und
die Telemedizin die neuartige und unkonventionelle Lösung von Kommunikationsaufgaben.
Hier ergeben sich neue Einsatzgebiete, die von der Frauenheilkunde genutzt
werden sollten. So sind Videokonferenzen mit Experten und šbertragungen
von Operationen im Internet bereits keine Besonderheit mehr. Nach der L”sung
der Datenschutzprobleme könnte hier eine neue Qualität der medizinischen
Kommunikation beginnen (Klinik-Praxis; Diskussionen; interaktive Publikationen;
etc). Die Arbeitsgemeinschaft für Informationsverarbeitung versucht
mit ausgewählten Beiträgen die zunehmend wichtigere Rolle der
Informationstechnologie fr die Frauenheilkunde aufzuzeigen und das Interesse
und das Problembewuátsein für Fragen der medizinischen Informatik
zu st„rken. Wichtig erscheint den Teilnehmern des Seminars, daá
die sich ergebenen Fragen und Probleme eine medizinische und ärztliche
Dimension besitzen und entsprechend beantwortet werden müssen. Die Teilnehmer
des Seminars sind sich einig, daá Fragen des Managements medizinischer
Informationsverarbeitung einen wesentlichen Erfolgsfaktor fr die Klinik-
bzw. Praxisorganisation darstellen und zu einer direkten Verbesserung der
Patientenversorgung führen.
EDV-gestützte Dokumentation
- welche Auswirkungen hat das Gesundheitsstrukturgesetz?
K. Goerke
Im 1989 beschlossenen Gesundheitsreformgesetz
war zun„chst der Bereich der stationären Versorgung nicht enthalten.
Dies führte in den kommenden Jahren zur Steigerung der Kosten im Krankenhausbereich,
die deutlich über dem Grundlohnanstieg lag. Langfristig will sich
der Staat wohl ganz aus der derzeit gltigen dualen Krankenhausfinanzierung
(L„nder tragen die Investitionskosten, Krankenkassen die Betriebskosten)
zurckziehen. Mit der Aufhebung des Selbstkostendeckungsprinzips wurde
zun„chst fr die Jahre 1993 bis 1995 ein auf den Ausgaben des Jahres 1992
beruhendes Budget eingefhrt, welches nur noch im Rahmen des Grundlohnanstieges
gesteigert werden durfte. Seit 1.1.1996 „nderte sich die Finanzierung dahingehend,
daá die Abrech nung mit den Krankenkassen ber leistungsbezogene
Fa~pauschalen, Sonderentgelte und einen Abteilungspflegesatz zu erfolgen
hat. Allerdings wurde noch vor dem Inkrafttreten dieser Regelung eine Budgetierung
auf Landesebene eingeführt. Somit besteht nur wenig Anreiz fr die
Krankenh„user, die M”glichkeiten der Abrechnung ber Fallpauschalen und
Sonderentgelte voll auszunutzen.
Durch die Änderung
des Paragraphen 301 des fnften Sozialgesetzbuches (SGB V) vom 14.10.1994
sind die Krankenhäuser darüber hinaus seit 1.1.1995 verpflichtet,
den Krankenkassen binnen drei Tagen nach Aufnahme eines Patienten die Einweisungsdiagnose,
die Aufnahmediagnose, die voraussichtliche Verweildauer und bei Entlassung
die Entlassungsdiagnose (Hauptdiagnose) und die durchgeführten Eingriffe
mitzuteilen und zwar in maschinenlesbarer Form. Hierzu müssen die
Klassifikationen nach ICD-9 bzw. ICD-l0 und ICPM verwendet werden.
Für die t„gliche Arbeit
bedeuten alle oben beschriebenen Maánahmen einen erheblichen Dokumentationsmehraufwand.
Dieser kann sinnvoll nur durch eine Integration der EDV in die klinische
Routine und den internen Datenfluá auf ein erträgliches Maá
reduziert werden. Unabdingbar zu fordern sind daher EDV-Lösungen die
nicht prim„r den Belangen der Verwaltung und den gesetzlichen Anforderungen
Rechnung tragen, sondern die vielmehr die medizinisch sinnvolle Dokumentation
untersttzen, die t„gliche Routine erleichtern und die geforderten Verschlsselungen
,,nebenbei" erledigen. In den meisten F„llen wird dies nur durch die Einfhrung
von spezifischen Abteilungssystemen m”glich sein, da die groáen
Klinikgesamtsysteme, wie sie derzeit häufig von den Verwaltungen favorisiert
werden, zu unfiexibel und meist zu wenig den speziellen Bedrfnissen anpaábar
sind. Wichtig ist allerdings, hierbei auf die Schaffung einheitlicher Schnittstellen
zur internen und externen Kommunikation großen Wert zu legen. So
mssen nicht nur die Abteilungssysteme mit dem Verwaltungsrechner kommunizieren
k”nnen, sondern auch die Abteilungssysteme untereinander um fr den Endbenutzer
eine echte Arbeitserleichterung zu erreichen.
Das Internet und der Gynäkologe
- Welche Dienste sind interessant?
R. Seufert
Es vergeht kein Tag, wo nicht
neue Superlative ber das Internet publiziert werden und neue ,,Revolutionen"
durch und ber den Datahighway angekndigt werden. Welche der M”glichkeiten
und Dienste sind tats„chlich Fortschritte und was k”nnte Eingang in die
Frauenheilkunde gewinnen?
Zur Zeit lassen sich 6 Hauptanwendungsm”glichkeiten
fr den Gyn„kologen erkennen:
- Zugriff auf eine
Vielzahl medizinischer und nicht medizinischer Datenbanken,
- Versenden von E-Mails
- auch mit Bildern,
- Diskussionsforen
und Videokonferenzen,
- Publizieren im Internet,
- Informationen ber
Kliniken und Praxen - Romepages,
- Laden und Bereitstellen
von aktueller Software.
Der Zugriff auf eine Vielzahl
von Spezialdatenbanken stellt sicher einen wesentlichen Nutzungsbereich
des Internet dar. So können neben den klassischen Literaturanfragen
die Inventarlisten der meisten Bibliotheken eingesehen werden und spezielle
Produktinformationen zu pharmazeutischen Produkten abgerufen werden. Die
meisten Provider haben eigene medizinische Diskussionsforen eingerichtet,
bei denen sich Experten und Praktiker mit und ohne Patienten zu speziellen
Fragen austauschen k”nnen und es gelingt recht häufig, fundierte Stellungnahmen
in kurzer Zeit zu erhalten. Inzwischen haben sich auch kommerzielle Medizinanbieter
etabliert, die das Lesen und Laden aktuelle Zeitschriften gegen Gebhr
erm”glichen und aktuelle Kongressinformationen bereithalten. Das Versenden
von E-Mails stellt ebenfalls eine ,,Grundfunktion" im Internet dar, wobei
durch spezielle Usergroups eine groáe Anzahl von Interessierten
erreicht werden k”nnen. Die vielfältigen Diskussionsforen liefern
Informationen, persönliche Meinungen und Erfahrungen zu aktuellen
Themen mit internationaler Beteiligung. Man ist immer wieder berrascht,
daá man unvermutet international bekannte Experten in Diskussionsforen
treffen kann. Wichtig ist aber das Herausfiltern der interessanten
Foren aus der Vielzahl der angebotenen Informationen F31. Publizieren im
Internet ist in den Usergroups und an speziellen Pinwalls möglich.
Ebenfalls können bestimmte Beiträge direkt zu Zeitschriften geschickt
werden. Viele Kliniken und Institutionen nutzen das Internet über
eigene Homepages zur Selbstdarstellung und bieten Informationen zu wissenschaftlichen
Projekten und klinischen Schwerpunkten. Da diese Informationen in zunehmenden
Maáe auch von Patienten genutzt werden, kann hier eine gute Präsentation
zunehmend wichtiger werden. Denkbar ist auch eine Verbesserung der Klinik-Praxis-Kommunikation
z. B. über direktes Anmelden von Patienten zu Spezialambulanzen
und Vorstellung spezieller Fälle in Expertenrunden. Hier ergeben sich
aber noch erhebliche Datenschutzprobleme.
Bei allen sich abzeichnenden
Anwendungen erscheinen aber zwei Problemkreise zur Zeit noch weitgehend
ungel”st. So sind die erzielten Datentransferraten - auch außerhalb
der Spitzenbelastungszeiten - immer noch sehr gering und bedeuten längere
Wartezeiten. Zusätzlich verlangt die šbersendung sensibler medizinischer
Daten die Anwendung von Datenschutzmaánahmen, da der verwendete
Übertragungsweg über viele und nicht vorhersehbare ,,Knoten führt
und ein ,,Abhören der Information nicht ausgeschlossen werden kann.
Hier müssen kryptologische Verfahren zur Anwendung kommen. Es kann
festgestellt werden, daß das Internet schon jetzt viele interessante
Möglichkeiten für den Gynäkologen bietet und wahrscheinlich
zukünftig zu Kommunikationsverbesserungen innerhalb unseres Fach führen
wird. Zur Zeit sind aber noch einige praktische Fragen (Übertragungsgeschwindigkeit,
Datenschutz etc.ungelöst.
Ist die Sectiorate bei Zustand
nach Sectio ein Merkmal für geburtshilfliche Qualität?
F. Fallenstein und
R. Quakernack
Die Rate der Schnittentbindungen
bei Zustand nach Sectio liegt heute bei etwa 50 %. Die im Verlauf
der letzten Jahre zu beobachtende tendenzielle Abnahme dieser Resectiorate
zeigt, daá der besonders in Amerika verbreitete Grundsatz ,,once
a ces arean section = always a cesarean section~ an Bedeutung verliert.
In einer Trendanalyse haben wir das geburtshilfliche Management bei Zustand
nach Sectio untersucht. Insbesondere interessierte uns die Frage, ob spontan
geborene Kinder nach vorangegangenem Kaiserschnitt in Bezug auf das fetal
outcome ungnstiger abschneiden als Kinder von Mttern ohne Zustand nach
Sectio. Zur Auswertung kamen drei Jahrg„nge der Perinatalerhebung im Kammerbereich
Westfalen-Lippe (1988,1990 und 1992 mit insgesamt 265.446 Entbindungen).
In diesem Zeitraum nahm der Anteil von Mttern mit Z. n. Sectio von 7,7
% auf 8,3 % zu (infolge des Anstiegs der Gesamtsectiorate), die Resectiones
fielen dagegen von 53 % auf 50 % (p <0.001>. Dieser Rckgang ist nur
bei den prim„ren Resectiones zu verzeichnen, der Anteil sekund„rer Resectiones
war mit 18 % in allen drei untersuchten Jahrg„ngen konstant. Zum Vergleich
des fetal outcome wurden nur die spontan geborenen Kinder herangezogen.
Wir bildeten folgende drei Gruppen: Kinder von Mttern mit Z. n. Sectio,
Kinder der brigen Mehrgeb„renden und Kinder der Erstgeb„renden. Verglichen
wurden die relativen H„ufigkeiten fr APGAR < 7, Nabelschnur-pHa <
7,20, Verlegung in die Kinderklinik und postpartale Mortalit„t. Bei keinem
dieser Merkmale konnten statistisch signifikante Unterschiede zwischen
den Gruppen festgestellt werden.
Weil spontan geborene Kinder
bei Z. n. Sectio in Bezug auf das fetal outcome nicht benachteiligt sind,
kann davon ausgegangen werden. daá der Verzicht auf eine Sectio
wegen Z. n. Sectio als Hauptindikation zu einem echten geburtshilflichen
Qualitätsfortschritt führt. Natürlich spielen zur umfassenden
Qualitätsbeurteilung auch die anderen geburtshilflichen Begleitumstände,
z.B. mütterliche Komplikationen, eine Rolle. Wegen der teilweise sehr
niedrigen Inzidenzen (z. B. mütterliches Fieber p.p. <0,5 %) wird
angeregt, solche Analysen auf der Basis der zusammengefaßten Perinataldaten
aller Kammerbereiche in Deutschland durchzuführen.
EDV-Programme in der Praxis
A. Valet
Bei der Vorstellung der Ergebnisse
der AIG-Umfrage zum Einsatz von Praxissystemen zeigt sich, daá die
benutzten Systeme groáe funktionelle Unterschiede aufweisen und
vorwiegend Aufgaben zur Abrechnung „rztlicher Leistungen abdecken.
In spezialisierten Praxen
kommen auch Individuall”sungen zum Einsatz, ohne daß ein solches
Vorgehen empfohlen werden kann. Besondere Aufmerksamkeit sollte der Frage
von Wartungsvertr„gen gelten, die einige juristische Falistricke bieten
k”nnen. Bei weiter fallenden IIardwarepreisen kann es gnstiger sein, den
Softwarekauf v”llig von der Hardwarebeschaffung und der Hardwarewartung
zu lösen.
Computergestützte CTG
P. Lösche
Die Vorteile einer automatisierten
CTG-Auswertung mittels Computeranalyse reichen von einer einheitlichen
Klassifikation der vorliegenden CTG-Ver„nderungen bis hin zu schnellen
Echtzeitinterpretationen, die durchaus schon klinisch brauchbar erscheinen.
Von entscheidender Bedeutung
sind hier die gew„hlten Algorithmen, die im vorliegenden Programm in Pascal
implementiert wurden. Das vorliegende Programm hat sich im klinischen Testeinsatz
bew„hrt und kann kritische CTG-Bereiche reproduzierbar erkennen und beschreiben.
Zur Zeit beginnt die Entwicklung zur Marktreife und es darf vermutet werden,
daá in absehbarer Zeit der Routineeinsatz beginnt.
Literatur
1. Gesenhues Th, Frielingsdorf
B, Seufert R (1995)
Integration der EDV in klinische
Abläufe oder Anpassung klinischer Abläufe an die EDV
Geburtshilfe Frauenheilkd
55: Ml2-M125
2. Seufert R, Querbach 5,
Casper F, Brockerhoff P, Knapstein PG (1995)
Informationsverarbeitung
und Perinatologie - Erfahrungen mit Geblan an der UFK Mainz
Zentralbl Gynakol 117: 97-100
3. Seufert R, Lelle R (1997)
Gynäkologisch-onkologische
Informationen aus dem Internet
Zentralbl Gynakol 119: 396-397
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